»Sächsisches Wort des Jahres 2014« – Die Gewinner

Das sächsische Wort des Jahres 2014: Die Gewinner

Trommelwirbel am Tag der Deutschen Einheit: Im ausverkauften Schauspielhaus in Dresden wurden die Sächsischen Wörter des Jahres gekürt. Gemeinsam mit MDR 1 Radio Sachsen, de SZ und der Freien Presse wählte die Ilse-Bähnert Stiftung aus 7.000 Wortvorschlägen die Sieger aus. Der Jury gehörten Uwe Steimle, Tom Pauls, Autor Peter Ufer sowie MDR- Moderator Andreas Berger an. Dieser führte durch die Gala, auf der neben der Blechlawine das Michael- Fuchs-Trio sowie die Schauspielerinnen Beate Laas, Uta Simone und Kati Grasse spielten.

Zum schönsten Wort wurde das »Däschdlmäschdl« ernannt, als Ausdruck für eine mehr oder weniger heimliche Liebschaft.

Als bedrohtestes sächsisches Wort geht in diesem Jahr der Begriff »forblembern« für trödeln oder Zeit vergeuden in die Annalen der zum siebenten Mal durchgeführten Aktion ein.

Zum beliebtesten sächsischen Wort wurde das »Gelumbe« bestimmt.

Die Wahl trafen Fans der sächsischen Sprache per Internetabstimmung. Insgesamt 7.000 Vorschläge gingen dafür in diesem Jahr ein. Die 20, die am häufigsten genannt wurden, standen am Ende zur Wahl für das beliebteste Wort.


Das schönste Wort: Däschdlmäschdl

Das ist die vorsichtige Verabredung von zwei – oder gerne auch mehreren Personen – zu einer emotionalen Handlung im gegenseitigen Einvernehmen, kurz: versteckte Liebelei. Die Kurzform lautet Dädadä und wanderte in die ganze Welt. Die Franzosen sagen Tête-à-Tête, die Engländer Date, die Italiener teco meco, was übersetzt bedeutet: Ich mit dir, du mit mir. Und das ist schön.

Das beliebteste Wort: Gelumbe

Das Wort steht für Unaufgeräumtes, für mistsches Zeuch – egal, ob Dinge, Menschen oder Politiker. Das Wort ist so beliebt in Sachsen, weil es alles auf den Punkt bringt, wenn es gesagt werden muss. Denn nimmt man dem Volk die Sprache, nimmt man ihm das Rückgrat. Sprechen ist Denken.

Nur wo geschwiegen wird, wachsen Missfallen, Unrecht und Zorn. Und das ist Gelumbe.

Das bedrohte Wort: Forblämbern

Wer achtlos mit Ressourcen umgeht, Geld zum Fenster rausschmeißt oder die Zeit vergeudet, der forblämberd alles. Er ist in den Augen der Vernünftigen nicht ganz richtig in der Birne, umgangssprachlich ist er: blämbläm. Und deshalb heißt ein Verschwender Forblämborer und seine Tätigkeit forblämbern. Leider wird täglich Zeug verschwendet, aber das Wort sagt kaum noch einer.


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